Design angeboren oder erlernbar?

Seit ich letztes Jahr einen Artikel von Paul Scrivens zum Thema Design Natural or Learned gelesen habe (Leider finde ich den Link nicht mehr), geht es mir wie ihm damals, ich frage mich seither jedesmal wenn ich etwas designe:

Kann man Design lernen oder muss man dafür geboren sein? 

Seit dem ersten lesen sind fast 10 Monate vergangen und ich denke immer noch darüber nach. Um es vorwegzunehmen, ich bin inzwischen zu dem Schluss gekommen, das Design auf jeden Fall erlernbar ist, man muss aber differenzieren.

Wo zieht man die Linie zwischen Design und Kunst? Ich denke diese Frage beschreibt das Ganze ziemlich gut. Wenn man öfters auf Seiten stöbert, wie in unserem Beitrag kostenlose Design Inspirationen vorgestellt, wird einem dies immer wieder bewusst.

Die ersten Sachen die ich, wenn man das überhaupt so nennen kann, designed habe waren einfach nur hässlich. Dies lag aber zum großen Teil daran, dass mir einfach fundamentale Grundkenntnisse im Bereich der Grafik Programme fehlten. Da ich aber Spaß am designen hatte und das nun auch beruflich aktuell wurde, machte ich einfach immer weiter. Es ging schneller voran als ich gedacht hatte, ich lernte immer mehr die Werkzeuge der Grafikprogramme einzusetzen, ich wusste am Anfang ja nicht mal den Unterschied zwischen einem Vektor und einer Bitmap Grafik, obwohl ich davor immer dachte es zu wissen. Inzwischen mache ich, wie ich denke, ganz gute Designs und die Sachen gehen wirklich schnell von der Hand. Man fängt irgendwann damit an seine Umwelt ein bisschen anders wahrzunehmen. Wenn ich irgendwo einen ansprechenden Flyer sehe, schaue ich mir diesen immer genau an und nehme ihn teilweise auch mit um mich inspirieren zu lassen. Dies gilt natürlich nicht nur für Flyer sondern für jegliche Design Inspiration, denen man sich heute ja nicht mehr entziehen kann.

Um nun aber zu Thema zurück zu kommen, inzwischen bin ich der Meinung, dass Design auf jeden Fall erlernbar ist. Mann muss aber immer Unterscheiden. Was definitiv erlernbar ist, sind die Techniken, die Grafikprogramme so einzusetzen um das gewünschte Resultat auch technisch umzusetzen zu können. Was man sich auch aneignen kann ist ein gewisses Auge, wobei ich hier sagen muss, dass ich das schon immer ein bisschen hatte, glaube ich zumindest.

Übung macht zwar den Meister und mit dem beherrschen diverser Techniken, in Verbindung mit genug Inspiration, können wirklich sehr ansprechende Designs enstehen. Aber eines ist für mich klar geworden, es gibt Menschen die mit einem Talent geboren sind, dass man nicht erlernen kann. Diese Menschen machen Designs mit denen ich mich niemals messen werde können, denn hier geht es eben schon in Richtung Kunst und künstlerische Begabung. Ich finde das aber gar nicht so schlimm und erachte es auch für eher unwichtig. Mein Kerngebiet ist Programmieren und nicht Designen. So lange einem die ganze Sache Spaß macht und als Abwechslung dient, kann ich es jedem nur empfehlen.

Das ist in etwa der Stand auf dem ich im Moment stehe. Dieser Artikel soll aber nicht nur meine Gedanken zu dem Thema wiedergeben, er ist auch ein Aufruf zur Diskussion an alle Leute, die diesen Artikel lesen und etwas dazu beitragen wollen. Vor allem würden mich Meinungen von Leuten interessieren, denen es ähnlich geht und die vielleicht die gleiche Ehfahrung gemacht haben.

Und BTW wie findet Ihr den unsere Designs:
Ilimitado
Ilimitado Labs
Ilimitado Referenzen

Bücher:

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17 Responses

  1. Klar, alle Techniken sind erlernbar. Aber das vorhandene Talent ist unterschiedlich, nicht jeder kann jedes beliebige Level erreichen.
    Und Design fängt immer mit einer Idee oder einem Entwurf an, und Kreativität ist nicht erlernbar. Man kann Ideen anderer umsetzen, aber jemanden ohne originelle eigene Ideen würde ich nicht “Designer” nennen.

  2. Ich würde sagen, dass auch Kreativität – zumindest bis zu einem gewissen Grad – erlernbar ist. Es mag sein, dass manche eine natürliche Begabung oder einen Hang zum kreativen Denken haben, aber das hat meist auch etwas mit der Erziehung und der Umgebung zu tun in der man aufwächst. Wenn man sich zum Lernen ein Umfeld schafft, welches die Kreativität fördert und das Auge oder das Gehör schult, zu erkennen warum einem ein bestimmtes Design oder Musikstück besonders gut gefällt, dann stösst man (IMHO, of course) die Entwicklung zum kreativen Denken an. Wenn man das Ganze entsprechend durchhält und sich immer weiter fortbildet, dann “lernt” man kreativ zu Denken.

  3. Über Geschmack läßt sich bekanntlich (nicht) streiten. ;)

    Schöner Artikel. Der Kernsatz lautet für mich “gewünschte Resultat auch technisch umzusetzen zu können”. Kunst ist Handwerk gepaart mit Umsetzungswillen. Talent umgekehrt bringt nichts, wenn man es nicht durch viel Fleiß ausreizt.

    Viele Grüße,

    René

  4. Tut mir leid Stephan, aber dieser Post ist meiner Meinung nach völliger Käse. Du hast gar keine Ahnung von Design. Ich auch nicht wirklich. Aber ich habe ein wenig Halbwissen, und deswegen kann ich dir folgendes sagen:

    So wie du schreibst, könnte man meinen du sprichst von Design als etwas, das man macht und es dann “gut aussehen” muss. Du definierst garnicht was überhaupt Design ist.

    Du sprichst von Grafikwerkzeugen die du mit der Zeit zu benutzen gelernt hast, um “gute Designs” zu erstellen. Deine Definition von Design, hat man den Eindruck, geht eher in die Richtung Kunst und “etwas stylen”. Farben und Schriftarten zusammen mischen, bis dir dein Gefühl sagt: Yes, sieht geil aus!

    Das hat aber nicht im geringsten etwas mit den Grunsätzen von Design zu tun. Denn:

    Design ist ein Prozess. Ein Entwicklungsprozess. Eine Prozesskette. Von Anfang bis Ende. Auf diesem “langen” Weg befinden sich Schritte wie das Festlegen des Ziels, die Erörterung und Definition der Zielgruppe, Fallstudien über bereits bestehende “Ziele”, etc.

    Auf diesem Weg, je nachdem was man genau gestalten will (ich gehe mal von einer Website aus) sind Techniken wie Typografie, Farbenlehre, Layouttechniken, etc. als Grundkenntnisse minimale Voraussetzung.

    Auch zu erwähnen sei die Leitlinie: Form Follows Function. Das heißt so viel wie: Egal was man gestaltet / designt, das “Aussehen” ist zweitranging.

    Willst du etwas erreichen was gut aussieht, dann bist du eventuell auf dem richtigen Weg. Willst du aber etwas was funktioniert und Sinn macht, etwas zweckorientiertes. Dann solltest du Designtechniken studieren, damit du auch weißt was du tust.

  5. Ach ja: Das Wort Design ist natürlich ein total prostituiertes Wort. Viele Leute benutzen diesen Begriff im Sinne von “gutes/schlechtes Aussehen”. Ich meine natürlich den eigentlichen Sinn des Wortes.

    Und die meisten socalled “Designer” sind eigentlich eher Stylisten. RICHTIGE Designer sind eher Ingenieure als Stylisten.

  6. @Felix Interessanter Standpunkt, das mit den Grundlagen ist denke ich klar und auch Sachen wie Planung und Entwicklungsprozesse in vielen Bereichen die du gerade genannt hast. Dies hätte man wirklich deutlicher machen müssen, weil es genau das Beschreibt was ich großenteils rüberbringen wollte. Ich hätte vielleicht auch vorsichtiger mit dem Wort Design umgehen sollen. Interface Design steht für mich auch auf jeden Fall vor dem Aussehen. Hat auf jeden Fall wie der Artikel damals, dazu beigetragen weiter darüber nachzudenken und versuchen Sachen immer besser zu machen und dann vielleicht irgendwann den Schritt vom Stylisten zum Designer zu schaffen. Es war auch nur eine Momentaufnahme, aber man lernt halt nie aus. BTW hast du mir einige gute Bücher oder Quellen zum Thema? Würd mich freuen.

  7. Ich denke das man sehr viel Lernen kann: Typographie, Layoutregeln, etc. allerdings bin ich der Auffassung das man wenn man ein Gefuehl fuer kunst hat, sprich: angeboren, man es leichter hat. Allerdings muss man aufpassen das mit einem die Kunstader nicht durchgeht. Design ist viel mehr als “Bunte Bilder” malen.

    Es gehoert beides dazu eine Portion Gefuehl und eine Portion Wissen. Beides intelligent kombiniert macht einen guten Designer aus. Durch sehr viel Wissen kann man sicher einiges vom Gefuehl kompensieren. Aber macht dann Design noch Spass, wenn es nicht aus einem heraus fliesst?

  8. Also talent zum designen ist definitiv angeboren!

  9. [...] dem Blog ilimitado.de widmet sich Stephan Linzner eltiburon der Frage “Design angeboren oder erlernbar?” Und [...]

  10. [...] Design angeboren oder erlernbar? – Das frage ich mich auch, bei einigen Internetseiten. Wobei ihr bald über mein neues Design lästern könnt [...]

  11. bin durch zufall auf diese seite zugestoßen ich habe mir alle beiträge durchgelesen
    und vorallem was erik kommentiert hat hat mir mut gemacht da ich fürchterlich gerne
    einen künstlerischen beruf erlernen möchte mir aber nicht sicher war in punkto kreativität
    ob ich kreativ genug bin und wirklich das zeug dazu habe
    ich mach mir ständig gedanken und sorgen
    auf jeden fall werde ich es versuchen

  12. Ich setzte Design auch schon mit etwas stylen und gestalten gleich. Ich finde man braucht Kreativität, ein gewisses Gefühl dafür und letztendlich auch das Wissen.
    Aber ich glaube das sich nur Menschen mit Design ausseinander setzen die es im Grunde ja auch in den Genen haben. Wer schöne Dinge mag wird ohnehin bemüht sein auch so etwas hinzubekommen. Um das üben, üben, üben kommt keiner drum herum. Manche müssen halt mehr üben andere weniger.
    Aber prinzipiel ist designen erlernbar! Man braucht nur genug guten Willen.
    … es gibt nichts was man nichts kann ;)

  13. Man Kann Alles Lernen…

  14. Auch Ideen machen Menschen reich ;) ! Das zum Thema form follows function! Manchmal muß das Umfeld erst angelernt werden, um Zusammenhänge zwischen Kunst und Design zu verstehen!

  15. ja man kann alles lernen. entscheident sind auch hilfsmittel die beim erstellen von designs helfen können. diese muss man nartürlich auch erstmal beherrschen. gruß contra

  16. [...] Design angeboren oder erlernbar? – Das frage ich mich auch, bei einigen Internetseiten. Wobei ihr bald über mein neues Design lästern könnt [...]

  17. Auch Ideen machen Menschen reich..Da kann ich nur zustimmen

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