Bloggen Namen oder Nick?

Wem es vielleicht aufgefallen ist, über unseren Blog Posts stehen nicht mehr unsere realen Namen sondern lediglich Nicknames. Warum ist das so? In letzter Zeit haben sich einige Gründe und Argumente angesammelt, deren Diskussion heute zu dem Schluss führten, dass wir bei ilimitado ab sofort nur noch unter Nicknames posten. Wir wollen alle, die diesen Beitrag lesen, dazu einladen die eigenen Gedanken mit uns zu teilen, zu der Frage:

Soll man unter seinem echten Namen bloggen oder lieber unter einem Nickname bzw. Pseudonym?

Gegen das Bloggen unter realem Name spricht zur Zeit für uns:

  • Einige unserer Beiträge wurden in anderen Blogs zitiert und diskutiert. Das ist auf den ersten Blick sehr erfreulich und genau das, was wir mit unseren Beiträgen erreichen wollen. Leider sieht es dann aber oft so aus, dass im ersten Satz zunächst einmal geschrieben wird das der Autor total unrecht hat, der ganze Artikel total schlecht ist. Mit Nennung des Namens wird also erst mal der ganze Artikel nieder gemacht. Danach folgt oft eine dann doch eher konstruktive Kritik mit einem anderen Standpunkt. Nur erscheint dann in Suchmaschinen, wenn man nach seinem Namen sucht leider erstmal diese ersten Sätze wo der Artikel schlecht geredet wird. Das wirft schon mal beim flüchtigen lesen ein total schlechtes auf den Autor und den Artikel.
  • Auch auf unserem Blog gibt es den ein oder anderen Kommentar, in welchem erst mal steht wie überaus schlecht doch der ganze Beitrag ist und wie falsch doch alles ist – selbst wenn es so wäre, gäbe es aber immer noch keinen Grund beleidigend zu werden und zu behaupten der Autor habe überhaupt keine Ahnung vom Fachgebiet. Da es uns wirklich fern liegt irgendwelche Beiträge zu zensieren, erscheint dann bei einer google Suche wenigsten nicht mehr unser Name im Kontext.
  • Wir verstehen den Blog als eine Diskussionsplattform. Was wir hier veröffentlichen, hat niemals den Anspruch, dass es perfekt ist oder gar als Richtlinie gelten könnte. Es sind alles einfach Erfahrungen und Gedanken welche wir so weitergeben wollen, um vielleicht anderen zu helfen oder auch noch etwas dazuzulernen. Leider wird dies selten so aufgefasst und bei den kleinsten Fehlern oder Ungenauigkeiten wir zum Beispiel gleich angezweifelt, ob wir überhaupt ernst zunehmenden Programmierer sind.
  • Es ist sogar eine allgemeine Erfahrung, dass (speziell in Deutschland) erst mal schlecht geredet, gebashed und niedergemacht wird und erst im zweiten oder dritten Satz mal erwähnt wird das man sich da auf nur einen kleinen Bruchteil bezieht.
  • Lob, Dank oder was auch immer erleben wir eigentlich gar nicht. Es gibt selten positive Rückmeldung zu dem was wir veröffentlichen. Das mag an den Beiträgen liegen oder auch nicht, nur hat unsere Erfahrung einfach gezeigt, dass selten wirklich konstruktive Kritik kommt
  • Mit all dem rücken wir unsere Namen also irgendwie in ein falsches Licht. Um das in Zukunft zu vermeiden, bloggen wir einfach im selben Stil jedoch unter Pseudonymen weiter, denn wir halten es für sinnvoll und wichtig unsere Gedanken, Erfahrungen und wenn es auch teilweise halbfertige Tagträume sind, mit anderen zu teilen und so weiter voran zu kommen.
  • Für das bloggen unter echtem Name sprach eigentlich bisher zu zeigen, dass wir zu 100% hinter dem stehen was wir schreiben und unseren Lesern transparenz geben wollen was unsere Persönlichkeiten angeht. Dies scheint aber leider einfach nicht machbar. Vielleicht ist das ein spezielles Problem unserer deutsche Kultur, vielleicht auch nicht…

Wir sehen es mittlerweile einfach sehr skeptisch zuviele Informationen über uns Preis zu geben, weil es eben auch schon gegen uns verwendet wurde. Wir bloggen wirklich gerne wir wollen das was wir gelernt haben und noch lernen einfach mit anderen teilen, weil man nie auslernt. Hört sich für den ein oder anderen vielleicht komisch an aber wir sind nun einmal keine 0815 Firma von der Stange. Es ist mir im Übrigen auch nach wie vor nicht begreiflich ob es aus Neid, Langeweile, Absicht oder einfach nur so passiert, dass man in der deutschen Blogcommunity meist nur Undank erntet und wohl seltens darüber nachgedacht wird, dass so ein Blogartikel teileise Stundenlange recherchen viel Überlegungen und damit einfach verdammt viel Zeit kostet ohne dass man groß etwas damit verdient oder zurückbekommt. Wir tun das alles aus Überzeugung und wirklich gerne – aber ist es denn zuviel verlangt einen gewissen Respekt zu wahren? Ich ziehe vor jedem Blogger den Hut, der angesichts dessen noch nicht aufgegeben hat und sich dadurch nicht beeinträchtigen lässt.

Wir würden uns über die ein oder andere Rückmeldung freuen wo ihr beschreibt, ob und warum ihr unter eurem echten Namen oder eben unter einem Nickname/Pseudonym bloggt und ob ihr ähnlich negative Erfahrungen gemacht habt oder ob es vielleicht auch wirklich positive Erlebnisse in Reaktionen auf eure Beiträge gab.

Dazu schreibt Ihr am besten einen Beitrag in eurem eigenen Blog, oder hinterlasst einfach hier einen Kommentar. Alle Blogger, welche einen eigenen Artikel bis zum 20.07.07 zu diesem Thema schreiben und darin diesen Beitrag hier verlinken werden dann hier unter diesem Beitrag in einer Linkliste verlinkt. Und immer Objektiv bleiben LOL!

Wenn dir dieser Beitrag gefällt, lade den Autor doch mal zu einem Drink ein ;-)

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23 Responses

  1. [...] vs. richtiger Name: Die Pseudonyme vom sehr geschätzten ilimitado-Blog widmen sich folgender Frage: Soll man unter seinem echten Namen bloggen oder lieber unter einem [...]

  2. Da ich (noch) keinen Blog besitze, werde ich meine Antwort auf diesen guten Artikel hier als Kommentar verewigen.

    Ich publiziere grundsätzlich unter meinem Nickname. Ich bevorzuge es, wenn ein Text meinem Nick zugeschrieben wird und nicht meinem Namen. Auch wenn man meinen Nickname problemlos mit meinem richtigen Namen in Verbindung bringen kann, beispielsweise durch meine Webseite, ist dennoch ein wichtiger Abstand zwischen der Person und dem Text vorhanden. Der Abstand ist imho wichtig um die Kritik, die als Reaktion auf die Publikation kommt, auf eine sachliche Ebene zu leiten.

    Allerdings ist es auch so, dass sich der Nickname mit der Zeit zu einer Person entwickelt, was den beschriebenen Effekt verringert. Je länger eine Nickname im Internet als Verfasser unterwegs ist, desto mehr kristalisiert sich die reale Person dahinter raus. Da man, was natürlich auch Sinn der Sache ist, beim Bloggen automatisch seine Meinung und damit einen Teil von sich Preis gibt.

    >>Es ist mir im Übrigen auch nach wie vor nicht begreiflich ob es aus Neid, Langeweile, Absicht oder einfach nur so passiert, dass man in der deutschen Blogcommunity meist nur Undank erntet

  3. Real oder Nick, das ist hier die Frage. Stellte ich mir vor einiger Zeit auch und tendiere mittlerweile eher zu meinem (mehr oder weniger) “Ruf”namen. Da ich eher einen Hobbyblog führe und ein Impressum vorhanden ist, kann mir das völlig egal sein.

    In einer Community / Clique wiederum, sind Spitz(Nick-)namen eigentlich eine gängige Kultur. Damals wurde man meistens mit Nachnamen angesprochen oder auf Grund irgend welcher Eigenschaften. In Foren etc. benutze ich sehr wohl einen Nick.

    Ob jetzt Real oder Nick: Man kann jeden Namen schlecht reden. Ob so oder so..

  4. Ich blogge meist auch nur mit meinem Nickname. Man sollte eventuell Internet und Reallife etwas trennen.

  5. Hm,

    ich denke das ist wie die Vorredner schon richtig sagen von der jeweiligen Situation abhänig. Grundsätzlich bevorzuge ich aber den Vornamen es sei den ich in in einer Autoritärenposition (Ausbilder) da bevorzuge ich dann den Nachnamen.

  6. hmm.. Irgentwie fehlt in meinen Kommentar ein stück..

  7. Ich war schon immer mit meinem richtigen Namen aktiv. Einen Nickname hatte ich noch nie. Ich denke, das gerade bei Blogs die Glaubwürdigkeit darunter leidet, wenn man sich hinter einem “Nick” versteckt. Und ich finde es richtig wenn jemand sagt, man könne jeden Namen schlechtreden, egal ob real oder Nick.

    Muss aber im Endeffekt jeder selbst wissen! Achja, ins Impressum kann man eh keinen Nickname packen ;)

  8. ein Pseudonym ist ggf. auch ein einprägsamerer Name als Steffen Schmidt o.ä. Insofern sehe ich einen Nick als guten Marketingeffekt. Ansonsten bringt es nix, da eine Domain immer mit einem realen Namen verbunden ist.

  9. Hi, danke fürs Feedback, es geht mir aber gar nicht darum Anonym zu sein, sondern wirklich einfach darum, dass in Suchmaschinen nicht mein Name auftaucht. Es ist für mich vollkommen ok im Impressum und unter Kontakt meinen echten Namen anzugeben, ich will ja auch als Person identifiziert werden können. Worum es mir geht ist im ersten Moment nicht meinen echten Namen auszuliefern sondern erst einmal ein Pseudonym wer länger sucht darf gern mein Namen finden, denn wer intensiv recherchiert liest auch die Beiträge und alle Kommentare dann richtig und nicht mal eben flüchtig meinen Namen aufgeschnappt….

    @ n3or sorry, mehr ist leider ned angekommen,… kannst ja den fehlenden Teil noch nachreichen

  10. Das ein Nick/Pseudonym einprägsamer ist als ein realer Name, muss nicht immer so sein. Gerade in A-Blogger-Kreisen bloggen doch die meisten unter ihrem richtigen Namen wie Stephan Niggemeier, Robert Basic, Udo Vetter usw.

    Ich persönlich benutze allerdings meinen Nickname, da ich damit schon in der deutschen Horrorfilm-Szene seit Jahren unterwegs bin und er – auch wenn es sich jetzt ein wenig seltsam anhört – im Internet schon einfach zu meiner Persönlichkeit gehört. Also einfach Gewohnheitssache.

  11. Ich belasse es bei meinem Vornamen. Der ist ja auch nicht so häufig und ein Blick ins Impressum zeigt sowieso den richtigen Namen, ausserdem werde ich dann doch lieber mit Bastian angesprochen. In Foren oder bei Yigg zum Beispiel belasse ich es dann beim Nick. Klar, wer will kann auch den Weg übers Blog gehen und den Namen raussuchen.
    Das der Name dann mit schlechter Kritik bei Google steht, naja… bei Stefan z.B…. das ist ja weniger ein Name, eher ein Sammelbegriff. ;)

  12. Das Bloggen und Kommentieren unter einem Nickname bietet sich schon aus datenschutztechnischen Gründen an. Niemand sollte seinen Namen und eigenen Beiträge bei Google wiederentdecken müssen, egal wie unscheinbar und langweilig das Thema mal war. Believe me.

    Dass die eigenen Blog-Artikel auch mal schlecht geredet werden, damit allerdings sollte man sich abfinden, und vielleicht besser eine dickere Haut wachsen lassen. Wenn als Begründung fürs Schlechtreden natürlich nur der Autorenname herangezogen wird, sieht auch jeder Google-Leser gleich daß die Kritik völlig unberechtigt ist. Das kann man getrost ignorieren.
    Und dass in anderen Artikeln nun die Kritik vor dem Lob auftaucht, ist ganz schlicht und einfach die übliche und höflichere Vorgehensweise. Erst loben und dann kritisieren kommt nämlich noch wesenlich schlechter. Hängt natürlich alles von den Formulierungen ab.

    Also, Leute, relaxt mal diesbezüglich einfach ein bißl. Über Dinge die man nicht ändern kann, sollte man sich auch nicht ärgern.

  13. [...] Betreiber vom  ilimitado-Blog rufen zu einem Statement zum Thema       Bloggen mit echtem Namen oder Nick ? auf und da ich [...]

  14. [...] dem Blog ilimitado.de widmet sich Stephan Linzner eltiburon der Frage “Design angeboren oder erlernbar?” Und hüpft dann ein bisschen hin und her [...]

  15. Der weggeschnittene Teil:

    >>Es ist mir im Übrigen auch nach wie vor nicht begreiflich ob es aus Neid, Langeweile, Absicht oder einfach nur so passiert, dass man in der deutschen Blogcommunity meist nur Undank erntet

    Es ist leider nicht nur in der Bloggerszene so. In der Forencommunity (in der ich hauptsächlich aktiv bin) ist es dasselbe Trauerspiel. Undankbarkeit, Unverschämtheit und Unhöflichkeit in einem Großteil aller Anfragen. Viele “wollen” und meinen sie hätten ein Recht darauf. Ein Danke ist unnötig. Von denen wenigen die wirklich Dankbar sind bringt auch nur ein kleiner Teil das auch zum Ausdruck. Leider eine Gepflogenheit die sich (scheinbar) allgemein in den deutschen Internetcommunitys eingebürgert hat.

    mfg
    n3or

  16. Ich bin den umgekehrten Weg gegangen, aus der Anonymität ins Rampenlicht. Dem Risiko, dass der eigene Name in den Dreck gezogen wird, steht das Potential, dass er eine “Marke” entgegen. Hier gilt es abzuwägen.

  17. Ich blogge unter einem Pseudonym – aber eben durchaus nicht unkenntlich. Meinen Nick- oder eben Künstlernamen Simon Columbus benutze ich nicht nur virtuell, sondern auch im RealLife. Ich will damit zeigen, dass ich als ganze Person – und eben nicht nur als virtueller Charaktere – hinter meinen Aussagen stehe. Was ich nicht auch nach einer Woche noch unterschreiben würde, wird nicht geschrieben – ob jetzt als Artikel im Blog, Posting im Forum oder Kommentar.

  18. Also ich habe mich bewusst dazu entschieden mit meinem richtigen namen aufzutreten. Ich denke das ist eine gute Möglichkeit Vertrauen zu den Lesern aufzubauen.
    Den Nickname finde ich eigentlich nur dann wirklich sinnvoll, wenn man aus diversen Gründen Anonym auftreten muss oder sich mit dem Nickname bereits eine Reputation im Internet aufgebaut hat.

  19. Bei den Unterneuntupfingern ist es ein wenig anders. Hier wirken überwiegend Leute mit die schon ein paar Jährchen auf dem Buckel haben und die ihre Familien ernähren teilweise mit Klienten wo auch die Politik ein wenig mitspielt. Neid & Missgunst in Deutschland wurde schon erwähnt, Phänomene die zudem auch in Nachbarländern nicht völlig unbekannt sind. Selbst wenn man ehrenamtlich arbeitet muss man zuweilen wenn man fest im Berufsleben steht gerade bei Satire darauf achten seinen Brotberuf (und somit das Familieneinkommen) nicht zu gefährden, Suchmaschinen finden heutzutage alles. Es ist schade weil mensch es gerne anders machen würde, aber es wird immer destruktive Menschen geben die aus Macht & Intrige jede Möglichkeit nutzen.

    Egal, den Jungs von ilimitado viel Erfolg vor allem beim barrierefreien Design, das ist sehr wertvolle Arbeit :)
    MfG aus Unterneuntupfing

  20. Ich schreibe, also bin ich!…

    Warum sollte ich meinen realen Namen verwenden, wenn ich im Internet publiziere, blogge oder mich sonstwie im Internet präsentiere? Warum verwende ich kein Nickname bzw. Pseudonym? Natürlich: ein solcher Nickname bietet mir "Anonymität", z…

  21. [...] kurzem haben wir uns die Frage gestellt, ob man besser unter seinem echten Namen bloggt oder lieber einen Nickname benutzt. Das Thema Bloggen unter realem Namen oder Nickname hat für viel Diskussion im Blog und [...]

  22. [...] Fantasy? Conan, Tabor, El Muerto… na gut, der ist nicht so ganz Fantasymässig. Bei Ilimitado wurde auch überlegt ob man lieber mit richtigem oder ausgedachtem Namen bloggen sollte. Ich hab mal mitbekommen wie [...]

  23. tmmmmm,
    lasst michmal nachdenken leben ist wichtig man brauc alles mögliche
    aber die menschen die uns ausnutzen für die gibzs kein leben

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