Barrierefreiheit Vorurteile/Gerüchte
Vorurteile und Gerüchte rund um barrierefreies Webdesign:
Einen ausführlichen Artikel über das Thema barrierefreies Webdesign haben wir bereits auf der ilimitado Firmenhomepage veröffentlicht.
Dort kann man lesen, was barrierefreies Webdesign ist. Interessant ist aber auch, was barrierefreies Webdesign nicht ist:
Hier möchte ich auf Gerüchte und vielleicht auch falschen Tatsachen oder falsche Informationen, sowie Vorurteile rund um barrierefreies Webdesign eingehen.
Vorurteil und Gerücht Nummer eins lautet: Barrierefreies Webdesign ist hässlich
Man könnte bei einer optisch nicht ansprechenden Homepage, welche die Nutzer nur abschreckt, ja gar nicht über barrierefreies Webdesign sprechen, denn dann wäre das schlechte Design eine Barriere die Homepage zu besuchen. Ganz im Gegenteil durch das konsequente Trennen von Inhalt, Logik und Design hat man eher noch mehr Gestaltungsmöglichkeiten, als sonst.
Ein weiteres Gerücht behauptet das alternative Anbieten der Homepage im Plain Text Format ist Barrierefreies Webdesign
. Das ist natürlich überhaupt nicht der Fall.
Klar, kann ein Screenreader (Vorlesebrowser) alles, was in der Text Datei steht vorlesen und so z.B jemand der blind ist noch einigermaßen an die Informationen herankommen, aber es fängt schon damit an, dass der Screenreader (Vorlesebrowser, siehe: Liste von Vorlesebrowsern) nicht entscheiden kann, was in einer Textdatei ein Link, was eine Überschrift und vor allem, was wichtig ist und was nicht.
Eine alternative Darstellung der Homepage als Text Datei ist also kein barrierefreies Webdesign.
Das nächste Gerücht, welches mir häufig begegnet ist barrierefreies Webdesign ist nur für behinderte Menschen
.
Das ist so nicht richtig. Barrierefreies Webdesign (auch Web- Accessibility) beschreibt zunächst einfach die Gestaltung von (web basierten) Informations- und Kommunikationssystemen, die die Benutzung einer Homepage ohne Hindernisse erlaubt und keinen Benutzer von der Möglichkeit ausschließt, diese Homepage zu verwenden.
Das Wort “barrierefrei” bedeutet mehr als nur “behindertengerecht”. Es geht darum, möglichst alle Barrieren abzubauen, die es Benutzern erschweren oder sogar unmöglich machen, Inhalte einer Homepage zu erfassen.
Barrierefreies Webdesign bedeutet deshalb, dass jeder, egal welchen Webbrowser er benutzt, welche Schwächen er hat, in der Lage sein soll, jede beliebige Homepage zu besuchen. Wichtig ist hierbei, dass der Besucher ein komplettes Verständnis der angebotenen Informationen bekommt und vollständig mit der Homepage interagieren kann.
Ebenfalls nicht korrekt ist, dass barrierefreies Webdesign sehr teuer ist. Was bei der strukturierten Trennung von Inhalt, Design und Programmier Logik mehr aufgewendet wird, muss an anderen Stellen, z.B. dem Anpassen, Ergänzen, Erweitern und Verwalten der Seite nicht mehr aufgewendet werden. Letztendlich ist der Zeitaufwand beim Erstellen der Homepage sicherlich höher, wie beim Verzicht auf barrierefreies Webdesign, aber dafür später beim Verwalten und Einstellen der
Inhalte kleiner. Deswegen sind die Kosten beim Portieren einer Homepage in barrierefreies Webdesign fast so teuer, wie das neu Erstellen einer barrierefreien Homepage, da es nämlich nahezu auf genau das hinausläuft. Plant man aber sowieso ein Redesign seiner Homepage, zum Beispiel im Zuge mit Web2.0 lohnt sich barrierefreies Webdesign schon wieder. Es bietet vor allem auch Investitionssicherheit für Unternehmen, weil die Entwicklung des WWW´s in genau diese Richtung, der Trennung von Modell und Präsentation, geht.
Zu guter Letzt, noch die Behauptung Ein barrierefreies CMS ist nicht möglich
. Dazu kann ich nur sagen, das ist absoluter Quatsch.
Ein CMS ist, wie der Name schon sagt nichts weiter, als ein System, was den Seiteninhalt verwaltet. Also letztendlich die Schnittstelle zu einer Datenbank. Wir setzen in diesem Bereich aber sowieso meistens XML Dateien ein, diese sind dynamischer und flexibler.
Wie der Inhalt dieser XML Dateien oder der Datenbank dann dem Surfer und Besucher der Seite präsentiert wird, hat nichts mit dem CMS zu tun.
Hierfür ist im Normalfall eine Template Engine zuständig. Ein gutes CMS ist also allein durch das Anlegen eines barrierefreien Templates fähig eine Homepage barrierefrei darzustellen. Ganz abgesehen davon kann man auch jederzeit ein eigenes kleines CMS (oder auch nur ein kleines Backend) programmieren und so natürlich jederzeit garantieren, sich an barrierefreies Webdesign zu halten. Schwierig wird es nur bei einem CMS welches ausser der Anpassung eines Templates noch einen größeren Programmier Aufwand mit sich bringt, da es nicht unabhängig genug programmiert worden ist.
Nochmal: Ein gutes CMS verwaltet nur den Inhalt einer Datenbank, besitzt eine Templateengine welche den Datenbankinhalt als Homepage präsentiert, welche wiederum in ihrem Aussehen und Format durch ein Template bestimmt wird. Zugegeben ich habe so ein “Traum” CMS auch noch nicht gefunden, ilimitado ist aber grade dabei in der iEngine so etwas zu implementieren.
Letztendlich ist barrierefreies Webdesign und auch Webdesign allgemein ein Handwerk, welches erlernt werden muss. Aber ich möchte folgenden Vergleich wagen: Hat mein Auto einen Schaden, gehe ich ja nicht zum nächsten Hobbyschrauber und lasse mein Auto reparieren sondern bringe es in eine Fachwerkstatt, wo ein Automechaniker sein Handwerk gelernt hat und weiss was er tut. So verhält es sich auch beim barrierefreien Webdesign, der Webdesigner muss sich hinsetzen, lernen, üben und testen, bis er die Standards, die Regeln und die Eigenarten der Browser, die Wünsche der Kunden barrierefrei umsetzen kann.
Webdesign, vorallem professionelles Webdesign ist kein Hexenwerk aber auch kein Kinderspiel. Wer professionell Homepages programmiert bzw. designed, sollte eigentlich fast automatisch eine barrierefreie Homepage erzeugen. So wie ein Mechaniker auch ganz automatisch in jedem Motor gleich die Zündkerzen findet.
Barrierefreies Webdesign ist also weder überaus teuer, barrierefreies Webdesign ist nicht einfach nur etwas für behinderte Menschen, barrierefreies Webdesign ist auch in einem CMS realisierbar und barrierefreies Webdesign ist mit ganz großer Sicherheit auch nicht hässlich.
Von daher sollte doch jeder, der sich für eine neue Homepage bzw. ein Redesign seiner Homepage entscheidet, den Weg des barrierefreien Webdesigns gehen. Es ist eine Investition in die Zukunft.
Weiterführende Links über barrierefreies Webdesign:
Web Accessibility Initiative des W3C
Bachelor-Thesis “Barrierefreie Gestaltung von Internetseiten”
Liste von Vorlesebrowsern
Webportal mit Schwerpunkt barrierefreies Webdesign
Brandneu: Lesezeichen der ilimitado OHG bei Mr Wong zum Tag barrierefreies
Weiterführende Literatur über barrierefreies Webdesign:
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[...] eine Serie von sehr ausführlichen Beiträgen über barrierefreies Webdesign. Darunter die Vorurteile und Gerüchte über Barrierefreiheit dann die Möglichen Barrieren einer Homepage und schließlich die “Checkliste” für [...]
es ist wirklich schwer, ein CMS zu finden, was diesen Vorgaben gerecht wird. Ich denke aber, dass zukünftige Entwicklungen die Barrierefreiheit zukünftig dann als Standard enthalten.